APA - AUSTRIA PRESSE AGENTUR APA-OTS APA-DEFACTO APA-IT APA-IMAGES APA-MEDIAWATCH
APA-OnlineJournale   APA - Austria Presse Agentur

Homepage
Ihre Journale
Editorial
Produktinfo
Navigation/Help
Impressum
Offenlegung
APA im Netz
Passwort �ndern
User Login

BEISPIEL TOP-THEMA


SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ANFANG.SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ENDE. ÜBERBLICK DIESES DOSSIER DRUCKEN

07.01.2020 | APA

Milch- und Getreidepreis: Jahrzehnt der Berg- und Talfahrt

Die heimischen Bauern haben in den vergangenen zehn Jahren mit stark schwankenden Preisen für ihre Produkte - etwa Milch, Getreide und Zucker - zu kämpfen gehabt. Für den Agrarökonomen Franz Sinabell vom Wiener Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat die österreichische Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft im Vergleich zu den Nachbarländern dennoch "eine sehr günstige Entwicklung genommen".

Erzeugermilchpreis für Bauern hat sich zuletzt erholt
Vollansicht
APA (Symbolbild/dpa)

Die kleinstrukturierten landwirtschaftlichen Betriebe in Österreich - fast durchwegs Familienbetriebe mit oftmals mehreren Einkommensquellen - seien in Krisensituationen stabiler als Agrar-Großunternehmen in anderen EU-Staaten, sagte Sinabell im APA-Gespräch. Auch die Spezialisierung in der heimischen Landwirtschaft - Stichwort Regionalität, Bio und neue Produkte - hätte den Bauern in den vergangen zehn Jahren geholfen.

Die stark schwankenden Preise für Agrargüter haben laut dem Wifo-Ökonomen den Strukturwandel hierzulande nicht beschleunigt. In Österreich haben viele Bauern mit der Milchproduktion in den vergangenen Jahren aufgehört. Die Anzahl der Milchbauern ist von rund 44.000 im Jahr 2008 um 40 Prozent auf 27.000 im Jahr 2018 gesunken. Für 2019 liegen noch keine Zahlen vor.

Der Erzeugermilchpreis für die Bauern hat sich nach der Liberalisierung des europäischen Milchmarktes - dem Ende der Milchproduktionsquoten - und der Milchpreiskrise 2015/16 wieder erholt. Im Sommer 2016 erhielten die Bauern für konventionelle Milch nur etwas über 27 Cent netto, zuletzt waren es 33 Cent. Für Heumilch bekommen die Landwirte einen Zuschlag von 5 Cent, für Bio-Heumilch sind es 15 Cent.

Auch bei den Getreidepreisen gab es in den vergangenen Jahren starke Schwankungen. An der Pariser Warenterminbörse Euronext kostet eine Tonne Weizen aktuell rund 189 Euro. Die weltweiten Getreide-Lagerbestände sind relativ hoch und dämpfen damit die Preise. In den vergangenen zehn Jahren hat der Weizenpreis eine Berg- und Talfahrt erlebt und pendelte zwischen 140 und 280 Euro. Eine schlechte Ernte in einem großen Anbaugebiet - etwa USA oder Ukraine - kann den Weltmarktpreis für Getreide aber schnell wieder in die Höhe schießen lassen.

Auch für die heimischen Zuckerrübenbauern geht ein ereignisreiches Jahrzehnt zu Ende. Im Oktober 2017 ist die langjährige EU-Zuckermarktordnung mit Produktionsbeschränkungen (Quoten), Mindestrübenpreis und Exportbeschränkungen ausgelaufen. Seitdem gibt es einen zuckerpreisabhängigen Rübenpreis, aber noch einen Zollschutz für den EU-Zuckermarkt. Der Weltmarktzuckerpreis schwankte in den vergangenen Jahren massiv. Der Zuckerpreis lag zuletzt bei 0,13 US-Dollar (0,12 Euro) je angloamerikanischem Pfund (rund 454 Gramm). Zum Vergleich: Mitte 2016 kostete ein Pfund Zucker mit 0,23 US-Dollar knapp doppelt so viel.

Auch für die nächsten zehn Jahre ist der Wifo-Agrarökonom optimistisch. Die heimische Landwirtschaft werde sich auch weiterhin "günstig entwickeln, wenn die Kunden in Österreich auf die Besonderheiten der österreichischen Lebensmittel aufmerksam gemacht werden und von den Vorteilen der lokalen Produktion überzeugt sind."


SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ANFANG.SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ENDE. ÜBERBLICK DIESES DOSSIER DRUCKEN


Weitere Themen finden Sie in der Übersicht und im Archiv.

 

HINTERGRÜNDEInformation


Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
Hermann Mörwald
Verantwortlicher Redakteur


Weitere APA-Stories zum Thema:






_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

APA-BusinessFacts
© APA - Austria Presse Agentur / powered byAPA CMS(Info)
Bitte wählen Sie eine der Druckoptionen links.




top