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31.05.2019 | APA

Heikle Medikation: Antipsychotika

Bei Krankheiten wie Schizophrenie, Manie oder bei Psychosen können sogenannte Antipsychotika die wichtigste Maßnahme in der Therapie und zur Normalisierung des Lebens der Betroffenen sein. Die Verschreibung dieser Medikamente aber ist heikel, hieß es bei den Österreichischen Ärztetagen in Grado (bis 1. Juni).

Verordnung nach Nebenwirkungspotenzial und Verträglichkeit
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APA (dpa)

Früher hießen die Medikamente Neuroleptika. Rund 15 verschiedene Substanzen sind auf dem Markt. Auch auf diesem Gebiet gibt es in Österreich neue Arzneimittel, die nicht von den Krankenkassen bezahlt werden, betonte der oberösterreichische Psychiater Hans Rittmannsberger (LKH Steyr). Erst vor Kurzem hat die österreichische Fachgesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie aufgrund einer ähnlichen Situation bei den Antidepressiva von einer massiven Benachteiligung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen gesprochen.

Während Substanzen der ersten Generation von Antipsychotika - zum Beispiel Haloperidol - als "typische" Antipsychotika bezeichnet werden, sollten jene der zweiten Generation ("atypische" Antipsychotika) vor allem weniger schwere Nebenwirkungen haben: Bewegungsstörungen, die zum Teil irreversibel sind. Doch dafür stellten sich wiederum andere potenziell sehr unangenehme Nebeneffekte ein.

"Wenn man die Wirksamkeit betrachtet, sind alle Antipsychotika gleich wirksam - außer Clozapin. Das ist wirksamer", so der Psychiater. Doch dafür müsse man das Risiko vermehrter Nebenwirkungen in Kauf nehmen. "Die Entscheidung, welches Medikament man nimmt, richtet sich eher nach dem Nebenwirkungspotenzial."

Das bedeutet, dass der Arzt genau überlegen muss, welche Substanz am geeignetsten ist. Gemeinsam mit dem Patienten und dessen Erfahrungen kann dann beim Auftreten unerwünschter Nebenwirkungen oder bei nicht ausreichender Wirkung ein Wechsel der Medikation und/oder eine Dosisanpassung ins Auge gefasst werden.

Das Problem liegt darin, dass die Wirkstoffe nicht "sauber" am für die antipsychotische Wirkung allein verantwortlichen Dopamin-2-Rezeptor, sondern auch noch an anderen Rezeptoren binden können. Parkinson-ähnliche Erscheinungen, motorische Verlangsamung, Herzrhythmusstörungen, Blutzucker- und Fettstoffwechselstörungen, Sedierung, Hypotonie, Obstipation oder starke Gewichtszunahme gehören zu den ausgesprochen belastenden Nebenwirkungen der verschiedenen Medikamente, die aber auf der anderen Seite den psychiatrisch Kranken wieder ein möglichst normales Leben gewährleisten können.

Klassisch sind beispielsweise ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung von Diabetes und eine starke Gewichtszunahme bei mehreren der Antipsychotika. "Unter Clozapin entwickeln 30 bis 40 Prozent der Behandelten binnen fünf Jahren einen Diabetes", stellte der Experte dar. Auch Olanzapin ist für mögliche starke Gewichtszunahme und/oder Typ-2-Diabetes als möglichen Nebeneffekt bekannt.

Mehrere der Mittel können auch als Depot-Medikamente, zum Beispiel einmal monatlich, zur Anwendung kommen. Vom Prinzip her sollte das garantieren, dass die Patienten langfristig behandelt sind, weil sie die Medikamente in Tablettenform dann nicht einfach absetzen oder auf die Einnahme vergessen können.

Doch das ist zu bezweifeln. Eine Studie von Rittmannsberger und Co-Autoren hat ergeben, dass die Patienten mit Depot-Medikation oder Antipsychotika in oraler Darreichungsform mit der Zeit ähnlich häufig auf die Arzneimittel wieder verzichten. Dafür wird bei den Depot-Präparaten eher offensichtlich, wenn sich der Betroffene nicht mehr meldet. Damit kann der Arzt dem Problem eher nachgehen und den Kranken zu einer Wiederaufnahme der Therapie motivieren. "Langfristig bieten Depot-Antipsychotika bessere Chancen als die orale Medikation", sagte der oberösterreichische Experte.


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Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
Hermann Mörwald
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