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20.03.2020 | APA

So übernahm SARS-CoV-2 den Alltag der Österreicher

Es begann Ende 2019 mit Berichten über ein neues Virus in China. Damals noch weit weg, bestimmt der Coronavirus auch in Österreich den Alltag: Mehr als 2.000 Fälle wurden seit Ende Februar bestätigt, sechs Menschen sind offiziell wegen SARS-CoV-2 gestorben. Die Regierung versucht einer raschen Verbreitung mit drastischen Maßnahmen entgegenzuwirken. Die Chronologie der bisherigen Ereignisse.

Virus hat den Alltag fest im Griff
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APA/dpa

Dezember 2019/Jänner 2020: Erste Berichte über eine rätselhafte Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan machen in Österreich die Runde. Vom "neuartigen" Coronavirus ist erst ab Anfang Jänner die Rede, nachdem Experten den Erreger identifiziert hatten: Er gehört zur großen Familie der Coronaviren, die harmlose Erkältungen auslösen können - aber auch SARS. Mitte Jänner wird in China ein erster Todesfall offiziell vermeldet. Ende Jänner hat sich das Virus bereits in weite Teile Chinas und auch ins Ausland ausgebreitet. In Österreich beobachtet man die Ereignisse vorsichtig aus der Ferne. Das Außenministerium rät von Reisen in die Provinz Hubei in China ab, die AUA setzt China-Flüge aus. Erste Verdachtsfälle in Österreich bestätigen sich aber noch nicht.

Februar 2020: Mehrere Österreicher werden aus dem chinesischen Coronavirus-Epidemiegebiet Wuhan zurückgeholt. Die neuartige Lungenerkrankung aus China wird von der WHO Covid-19 genannt. Das Virus erhält den Namen SARS-CoV-2. Die Zahl der registrierten Todesfälle in China steigt unterdessen auf mehr als 1.000. Auch im Iran gibt es die ersten Toten - und erstmals taucht SARS-CoV-2 in Europa auf - Italien ist am stärksten betroffen. Das Land riegelt Städte im Norden des Landes ab.

25. Februar: Das Coronavirus wird in Österreich registriert: In Tirol werden die ersten beiden heimischen Fälle bekannt. Es handelt sich um zwei in Österreich arbeitende Italiener. Das Paar kommt in Innsbruck ins Krankenhaus unter Quarantäne. Ein Hotel nahe der Innenstadt von Innsbruck - der Arbeitsplatz der Frau - und die Wohnstätte der Italienerin in der Landeshauptstadt werden behördlich gesperrt. Kurz darauf spricht die Weltgesundheitsorganisation WHO erstmals von einem "pandemischen Potenzial" des Coronavirus.

26. Februar: Doppelte Entwarnung: Bei einer 56-jährigen Italienerin, die in Bad Kleinkirchheim gestorben ist, bestätigt sich der Coronavirus-Verdacht nicht. Die Sperre der betroffenen Apartmentanlage wird wieder aufgehoben. Eine Lehrerin der AHS Albertgasse in Wien wird ebenfalls negativ getestet. Das Gymnasium mit 600 Schülern wird zuvor gesperrt. Die Aufregung um SARS-CoV-2 nimmt nun auch in Österreich zu, die Verdachtsfälle häufen sich.

27. Februar: Drei bestätigte Corona-Fälle in Wien. Einerseits ein 72-jähriger Mann, der bereits seit zehn Tagen mit klassischen Grippe-Symptomen im Spital liegt. Andererseits ein Ehepaar, dessen Kinder ebenfalls Symptome zeigen. Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) rechnet mit steigenden Zahlen und appelliert an die Bevölkerung, bei der Eindämmung des Virus mitzuhelfen. Das Gesundheitsministerium gibt klare Vorgaben für den Umgang mit Verdachtsfällen.

28. Februar. Der Sohn des Paares wird ebenfalls positiv getestet, auch in der Steiermark gibt es einen ersten Corona-Fall.

29. Februar: Der Besuch von Bundeskanzler Kurz bei US-Präsident Donald Trump wird wegen des Coronavirus verschoben. Am selben Tag werden zwei bestätigte Fälle in Niederösterreich und einer in Salzburg bekannt.

2. März: In Österreich sind 16 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert. Rund 350 Personen befinden sich in behördlicher Absonderung. Bisher gibt es 2.120 Testungen - und einen Engpass bei Desinfektionsmitteln.

3. März: Der Internationale Währungsfonds (IWF) gibt bekannt, dass er wegen der Ausbreitung des Coronavirus heuer mit einem geringeren Wachstum für die österreichische Wirtschaft rechnet. Auf dem Flughafen Wien werden außerdem wieder Fiebertests aufgenommen.

4. März: Österreichische Touristen dürfen nicht mehr nach Israel einreisen. Die Zahl der bestätigten Infektionen mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 steigt in Österreich auf 29 Personen

5. März: Erste bestätigte Corona-Infektionen in Vorarlberg, Kärnten und Oberösterreich. Insgesamt werden 37 Fälle in ganz Österreich registriert. Der Anstieg wird vom Gesundheitsministerium noch als "leicht" eingestuft. Betroffen sind vor allem Menschen, die in Italien waren.

6. März: Die AUA führt wegen des Nachfragerückgangs aufgrund des Coronavirus Kurzarbeit ein. Allgemein werden Direktflüge zwischen stark betroffenen Ländern gestoppt. Mittlerweile haben alle Bundesländer positive Corona-Fälle, insgesamt sind es 63.

9. März: Die Zahl der Coronavirus-Fälle in Österreich steigt auf 140. Bei 15 Fällen in Tirol gibt es einen unmittelbaren Zusammenhang zu einem 36-jährigen Barkeeper aus Norwegen. 59 Österreicher sitzen außerdem auf der zu den Malediven gehörenden Insel Kuredu fest, da in ihrem Hotel bei mehreren italienischen Gästen Verdacht auf eine Infektion mit dem neuen Coronavirus besteht. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner spricht sich für die Absage von Großveranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern aus, um die Ausbreitung des Coronavirus in Österreich einzudämmen. Die Universität Innsbruck sagt bis auf Weiteres alle Lehrveranstaltungen ab. Italien wird am selben Tag noch zur "Sperrzone" erklärt, das Außenministerium ruft Österreicher zur Rückkehr auf.

10. März: Die Regierung wird in Sachen Coronavirus aktiv. Nachdem die Zahl der positiven Fälle steigt und im Nachbarland die Todeszahlen unaufhörlich steigen, werden in Österreich drastische Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus präsentiert. Ab sofort gilt ein Einreisestopp für Personen aus Italien, Unis werden geschlossen, Schulen sollen folgen. Größere Veranstaltungen werden bis Anfang April untersagt, sowohl im Freien wie auch drinnen. Die Regierung bittet die Bevölkerung, soziale Kontakte zu minimieren und Hygienevorschriften einzuhalten. Die Maßnahmen bedeuten erste massive Eingriffe ins öffentliche Leben.

Der Ankündigung der Regierung folgen eine immense Zahl an Absagen - egal ob im Sport, in der Kultur oder auch bei Gottesdiensten. Das Europa-League-Duell zwischen dem LASK und Manchester United etwa wird zum Geisterspiel, die Fußball-Bundesliga wird unterbrochen. Die Menschen fürchten Ausgangssperren wie in Italien, Hamsterkäufe sind die Folge.

11. März: Die WHO stuft die Verbreitung des Coronavirus als Pandemie ein. In Österreich wird angekündigt, dass Ober- und Unterstufen von Schulen geschlossen werden, Kindergartenkinder sollen zuhause bleiben. Alle Bundesmuseen schließen ihre Pforten, auch der Wien-Marathon am 19. April wird abgesagt. Bundeskanzler Kurz kündigt nach einem Gipfel mit den Sozialpartnern im Bundeskanzleramt mehr Mittel für Kurzarbeit an. Das Land Tirol verbietet zum Schutz der Patienten Besuche in Krankenhäusern.

12. März: Erstes Todesopfer durch das Coronavirus in Österreich: Ein 69-jähriger Mann - Italienheimkehrer mit Vorerkrankungen - stirbt in einem Krankenhaus in Wien an Multiorganversagen. Gleichzeitig werden für Wiens Gemeindespitäler Eingangskontrollen angekündigt, nicht dringende Operationen werden verschoben. Die Bundesregierung kündigt bundesweit weitgehende Besuchsverbote in Spitälern an.

Die Steiermark verschiebt die für 22. März geplanten Gemeinderatswahlen, von der Wiener Börse wird infolge des Coronavirus ein Rekordverlust gemeldet. Tirol kündigt wegen der rasanten Ausbreitung im Bundesland die Schließung der Skigebiete mit Ablauf 15. März an, auch Salzburg beendet die Wintersaison.

Die erste Berechnung des Verlaufs der Covid-19-Erkrankungen der Experten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) geht von einer Steigerungsrate der Erkrankten von 23,2 Prozent pro Tag aus. Die Verdopplungszeit dürfte 3,3 Tage betragen. Ein Infizierter steckt im Durchschnitt 1,62 weitere Personen an, heißt es demnach. Der Appell der Regierung: Die Kurve der Ansteckungen müsse so flach wie möglich gehalten werden, um das Gesundheitssystem nicht zu überfordern.

13. März: Vor dem Wochenende verschärft die Bundesregierung die angekündigten Maßnahmen noch einmal massiv. Das Bildungsministerium zieht Schulschließungen vor - alle Schüler dürfen schon ab 16. März daheimbleiben. Es kommen Grenzkontrollen zur Schweiz, der Handel wird bis auf lebensnotwendige Branchen gestoppt. Das Paznauntal mit Tourismus-Hotspots wie Ischgl und Galtür sowie St. Anton am Arlberg werden unter Quarantäne gestellt. In Wien beginnt man die Messehalle in ein riesiges Krankenlager umzugestalten. Nachweislich infiziert mit dem Virus sind bisher 504 Personen.

14. März: Die Regierung stellt zur wirtschaftlichen Bewältigung der Coronakrise bis zu vier Milliarden Euro zur Verfügung. Mit dieser Maximalsumme wird ein Covid-19-Krisenbewältigungsfonds dotiert. Teil des Pakets ist auch ein neues Kurzarbeitsmodell. Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP) verabschiedet sich vom Nulldefizit, der für heuer geplante Budgetüberschuss ist Geschichte. Die Kärntner Gemeinde Heiligenblut wird unter Quarantäne gestellt.

15. März: Im Eiltempoverfahren wird das Gesetzespaket, das die Regierung zur Eindämmung der Coronakrise angekündigt hat, an einem Sonntag beschlossen. Verschärft wird es noch durch sogenannte Ausgangsbeschränkungen. Österreicherinnen und Österreicher dürfen ihr Haus nur mehr verlassen, wenn sie zur Arbeit gehen, Lebensmittel einkaufen, anderen Menschen helfen oder spazieren gehen - alles mit einem Mindestabstand von einem Meter. Die Maßnahme gilt vorerst für eine Woche. Weiters werden Ausmusterungen beim Bundesheer ausgesetzt, aktuelle Zivildiener werden verlängert - um genügend helfende Hände in der Corona-Krise zu haben.

Am Abend kündigt Kanzler Kurz an, dass der Flugverkehr weitgehend eingestellt wird und dass er mit einem "massiven Defizit" rechnet. Die Budgetrede wird nicht wie geplant am 18. März stattfinden.

16. März: Nächstes Corona-Todesopfer. Eine 1944 geborene Steirerin stirbt in stationärer Behandlung. Sie hatte mehrere Vorerkrankungen. Finanzminister Blümel stellt weitere zwei Milliarden Euro an Garantien für die Wirtschaft zur Verfügung. Die Bargeldversorgung und der Zahlungsverkehr sind gesichert, betont er. Die AUA und Laudamotion stellen ihren Flugbetrieb ein, es gibt nur noch Rückholflüge. Von der AGES heißt es nach neuen Berechnungen, die Infiziertenzahl verdopple alle drei Tage.

17. März: Der Flughafen Wien kündigt eine Schließung des Regulärbetriebs an, Ausnahmen gibt es lediglich für Frachtflüge und Rückholaktionen des Außenministeriums. Rund 47.000 Österreicher befinden sich noch im Ausland. Zwei Anästhesisten am Wiener AKH werden positiv auf SARS-CoV-2 getestet. Die Betroffenen waren davor bei einem Ärztekongress in Zürs am Arlberg und dürften sich dabei infiziert haben. Quasi zeitgleich wird die gesamte Vorarlberger Arlbergregion unter Quarantäne gestellt. Die Fußball-EM wird um ein Jahr auf Sommer 2021 verschoben. Das Bundesheer mobilisiert im Kampf gegen das Coronavirus mit Mai rund 3.000 Milizsoldaten. Die Matura wird um mindestens zwei Wochen verschoben.

18. März: Nach offiziellen Zahlen gelten mittlerweile fünf Todesfälle nach einer SARS-CoV-2-Infektion als bestätigt. Es wird davon ausgegangen, dass die Corona-Krise in Österreich ein Defizit von zumindest einem Prozent der Wirtschaftsleistung verursachen wird, berichtet Finanzminister Gernot Blümel. Gleichzeitig schnürt die Bundesregierung wegen der durch das Coronavirus ausgelösten Krise ein bis zu 38 Milliarden großes Hilfspaket. Das Gasteinertal mit den Gemeinden Bad Gastein, Bad Hofgastein und Dorfgastein sowie das Großarltal mit den Kommunen Großarl und Hüttschlag werden unter Quarantäne gestellt, Tirol stellt alle Gemeinden unter Quarantäne. Das AMS meldet ein Plus an Arbeitslosen von 49.000 Personen im Vergleich zum Wochenende.

19. März: Die Zahl der Infizierten klettert über die 2.000er-Marke, die Infektionskurve zeigt trotz der Maßnahmen noch keine wirkliche Abflachung. Die Regierung appelliert an die Bevölkerung, Distanz zu wahren und zuhause zu bleiben. Parks und Spielplätze dürfen weiterhin offenhalten, geschlossen werden Kur- und Reha-Einrichtungen. Die Zahl der Toten steigt auf sieben Personen an.


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