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21.10.2019 | APA

Hoteliers suchen noch Arbeitskräfte für den Winter

Im Tourismus herrscht nach wie vor akuter Personalmangel. 82 Prozent der Vier- und Fünf-Sterne-Hotels suchten Anfang Oktober noch nach Mitarbeitern für die bevorstehende Wintersaison - in der Küche und im Service fehlten bei knapp 77 Prozent noch Arbeitskräfte, an der Rezeption bei 54 Prozent und in der Etage bei 37 Prozent, wie aus einer Umfrage der Hoteliervereinigung (ÖHV) hervorgeht.

Die Grundstimmung ist positiv
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APA (Symbolbild)

Die Mitarbeitersuche sei schwieriger geworden, meinten gut 47 Prozent der befragten Hoteliers; rund 43 Prozent hielten diese für gleich schwierig wie im Vorjahr. "Entweder werden die offenen Stellen rechtzeitig besetzt oder das Angebot zurückgefahren", stellte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer am Montag fest.

Angesichts der für den Winter per Ende September/Anfang Oktober bereits getätigten Buchungen war die Stimmung in der Hotellerie zum Umfragezeitpunkt (20. September bis 3. Oktober) noch recht positiv: ein Drittel (33 Prozent) erwartete sogar mehr Nächtigungen als im Vorjahr, über die Hälfte (53 Prozent) gleich viel. Nur knapp 14 Prozent sahen einen Rückgang bei den Zimmerbuchungen.

In diese Einschätzung noch nicht eingearbeitet ist allerdings die Pleite des internationalen Reisekonzerns Thomas Cook gegen Ende September, der in den Jahren davor ein wichtiger Nächtigungsbringer für die Hotels war. Gewiss ist, dass diese Großinsolvenz auch auf die heimische Beherbergungsbranche durchschlagen wird. Die wirtschaftlichen Folgen für die einzelnen Betriebe sind allerdings noch nicht abschätzbar.

"Wie sich das im Detail auswirkt, ist noch nicht absehbar - aber sicher nicht positiv", betonte Reitterer, die selbst ein Hotel in Wien betreibt. Die erst kürzlich erfolgte Freigabe der Thomas-Cook-Kontingente bis Jahresende für Ersatzbuchungen durch den Insolvenzmasseverwalter sei "ein wichtiger erster Schritt" gewesen. "Aber wir brauchen auch nach Silvester Gäste und davor genüg Zeit, um die Kapazitäten zu verkaufen und den Saisonhöhepunkt zu planen", erklärte die Branchensprecherin.

Auf Basis der bis Ende September/Anfang Oktober bereits erfolgten Buchungen rechneten bei der Umfrage noch 60 Prozent der Hoteliers mit höheren Umsätzen in der Wintersaison 2019/20, mit Werten auf Vorjahresniveau 28 Prozent. Geringere Erlöse erwarteten nur etwa 12 Prozent. Fast ein Viertel der Hoteliers berichtete zudem von einer besseren Durchsetzbarkeit ihrer Zimmerpreise bei den Kunden, knapp 67 Prozent orteten hier keine Veränderung gegenüber dem Vorjahr.

Die Gewerkschaft führt den Personalmagel auf schlechte Bedingungen in der Branche zurück. "Wir haben genug Jobsuchende, aber viel zu wenig gute Jobs", meinte der Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, Berend Tusch. In der Branche sind rund 220.000 Arbeitnehmer beschäftigt. Deren Arbeits- und Lebenssituation müsse verbessert werden, hieß es. "Ich vermisse das selbstständige Bemühen der Branche, die Situation für die ArbeitnehmerInnen nachhaltig zu verbessern", so Tusch. Nur dann werde es langfristig gelingen, jene Zahl an Beschäftigten zu bekommen, welche die Branche brauche. Diese müsse "Gas geben und Änderungswillen zeigen".

Der "gebetsmühlenartige Ruf" nach Nachschärfungen bei der Rot-Weiß-Rot-Card und der Mangelberufsliste werde nicht mehr Personal in die Tourismusregionen bringen. "Wenn wir den heimischen Arbeitsmarkt im Tourismus für Menschen aus Drittstaaten noch mehr öffnen, dann rollen wir Lohndumping den roten Teppich aus", befürchtet Tusch. Lohnerhöhungen würden so wirksam verhindert.

Die Gewerkschaft würde mit der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) als Interessenvertretung der Vier- und Fünf-Sterne-Hoteliers gerne "zukunftsfähige Lösungen im Sinne der Beschäftigten" ausarbeiten, ließ der vida-Vorsitzende wissen.


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