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18.10.2019 | APA

Treffgenauigkeit in Spitalsauswahl längst nicht perfekt

Die Spitalserhalter setzen aus Qualitäts- und Wirtschaftlichkeitsgründen auf die Konzentration spezialisierter Einrichtungen an wenigen Standorten. Damit wird für den Patienten die Wahl bzw. "Zuteilung" zum "richtigen" Krankenhaus im Ernstfall zu einer Sache auf Leben oder Tod. Technik kann helfen, Fehler machen zumeist die Menschen, hieß es Donnerstagabend bei einer Podiumsdiskussion in Wien.

Die Letztentscheidung sollte bei Professionalisten liegen
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Akutkrankenhäuser sind jedenfalls Brennpunkte für das gesamte Gesundheitswesen. Welches Spital ist das Richtige für einen Patienten mit Herzstillstand? Wo will man als Angehöriger eine 80-jährige Verwandte per künstlichem Hüftgelenk versorgt sehen? Um Probleme zu umgehen, setzt das Gesundheitssystem oft auf ein "Gießkannenprinzip", erklärte Harald Willschke von der Wiener Universitätsklinik für Anästhesie, Allgemeine Intensivmedizin und Schmerztherapie (MedUni Wien/AKH). Modernste technische Einrichtungen und die für deren Gebrauch top-ausgebildeten und geübten Spezialisten, könnten aber optimale Leistung nur an Zentren erbringen.

"Wie kommt der richtige Patient ins richtige Krankenhaus?", lautet daher die potenziell entscheidende Frage, die auch den Titel für die Podiumsdiskussion des Vereins zur Förderung von Wissenschaft und Forschung (vfwf) am Wiener AKH darstellte. Standardisierte Triage von Patienten, Algorithmen, Telemedizin, Künstliche Intelligenz - das alles soll die Fehlerquote bei den Entscheidungen senken. Doch im Endeffekt "menschelt" es immer, sagte Harald Mayer, Bundeskurienobmann der angestellten Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer.

Die Wiener Patientenanwältin Sigrid Pilz nannte das Beispiel eines Wieners mit offenbar akuten koronaren Herzproblemen aus Wien-Penzing an der Grenze zu Niederösterreich. Nach einem ersten fehlgeschlagenen Anfahrtversuch eines Rettungswagens kam einer aus dem nächstgelegenen Rettungsstandort in Niederösterreich. Doch die Besatzung meinte fälschlicherweise, den Patienten nur in ein niederösterreichisches Spital bringen zu dürften. Der Patient landete in Tulln, wurde dann erst in das LKH St. Pölten für die notwendige Herzkatheter-Untersuchung und schließlich drei implantierte Stents gebracht. Nur ständige Schulung des Personals und klare und einfache Handlungsanleitungen können solche Risiken minimieren.

"Es geht nicht nur um technische Redundanz. Wie kann man handlungsfähig bleiben, wenn die Technik nicht mehr funktioniert?", stellte Peter Uher, Abteilungsleiter "Public Sector & Health Care" der A1 Telekom Austria, eine nach den Festnetzproblemen seines Unternehmens Anfang dieser Woche mit teilweisem Ausfall von Notrufnummern brisante Frage. Auch da war offenbar der Mensch die Ursache. An sich seien die Systeme mit Standorten in Wien und Linz redundant aufgestellt, erklärte der Experte. Doch was geschah, als ein Technikteil ausfiel, wie Uher darstellte: "Ein Kollege hat die technische Hardware ausgetauscht, aber dabei die Redundanz außer Kraft gesetzt." Die Überlastung der Systeme war die Folge.

Unmöglich sei jedenfalls, dass Patienten oder deren Angehörige im Notfall Druck ausüben müssten, damit der Kranke sofort in eine spezialisierte Klinik komme, sagte Sigrid Pilz. "Die Professionisten müssen schon wissen, was das Richtige ist."


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