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09.05.2017 | $group

Stromkunden sollen bei Digitalisierung mitgenommen werden

Bei der voranschreitenden Digitalisierung der Strombranche dürfen die Kunden nicht auf der Strecke bleiben, verlangt man seitens der E-Control mit Blick auf die Endverbraucher. Die E-Wirtschaft ist überzeugt, dass die Kunden sehr wohl mitgenommen werden können, wenn ihnen ein Mehrwert winkt. Rasant in die Haushalte preschen indes Branchenfremde wie Amazon mit Smart-Home-Lösungen.

Neue Anbieter drängen in den Smart Home-Bereich
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APA (AFP)

Ja, man könne sich private PV-Anlagen am Hausdach und fürs Wohnzimmer wünschen, doch ein ganz bedeutendes Kundensegment werde hier nicht mitgenommen werden, fürchtet Christina Veigl-Guthann, Leiterin der Abteilung Endkunden bei der Energie-Control. Ein Viertel der Österreicher sei "Offliner", und auch viele Onliner seien nicht bereit, Geschäfte so abzuschließen. Österreicher mit monatlich 1.600 Euro Medianeinkommen wollten vor allem einmal ihre Stromrechnung verstehen, meinte die Juristin beim Trendforum von Oesterreichs Energie, dem Interessenverband der E-Wirtschaft.

Michael Strebl, Spartensprecher Handel & Vertrieb bei Oesterreichs Energie und Chef der Wien Energie, räumte ein, dass es eine Gruppe geben könnte, die sich für digitale Möglichkeiten nicht begeistern lässt, andere Menschen aber womöglich schon, "wenn man ihnen einen Mehrwert versprechen kann. Denn durch die Digitalisierung kann ich den Kunden viele maßgeschneiderte Angebote machen". "Ich muss Werte schaffen, um mich von der Konkurrenz abzuheben", meinte Felix Lossin, Leiter für Strategisches Management bei BEN Energy, einem Entwickler von Kundenmehrwert-Software.

"Kein Selbstzweck, sondern ein Enabler"

Die Digitalisierung sei für die Elektrizitätswirtschaft "kein Selbstzweck, sondern ein Enabler", meinte der Präsident von Oesterreichs Energie, Wolfgang Anzengruber. Die Grenzen zwischen Kunden und Lieferanten würden in den nächsten fünf Jahren verschwinden, verwies der Verbund-Chef auf Demand-Response, also nachfrageseitige Laststeuerungs-Maßnahmen, sowie Demand Side Management zur Laststeuerung, um die Stromnachfrage zu flexibilisieren und Kosten zu senken.

Die Strombranche schlafe bei der Digitalisierung nicht, so Anzengruber, denn "ohne Digitalisierung hätten wir gar keine Stromversorgung mehr". Dem Stromkunden gehe es um Convenience, er wolle ein "einfaches Leben" und ein "sicheres Leben" mit Elektrizität haben. Wichtig sei es, bei der Digitalisierung ganz vorn mit dabei zu sein. Für die neuen Herausforderungen benötige die Branche aber auch "neue Arbeitsformen" im Arbeitsrecht. Auch Regulierungsvorschriften müssten angepasst werden - wie etwa bei Blockchain: "Es durfte bis vor kurzem keiner dem Nachbarn Strom liefern, weil er ja kein EVU ist."

Jörg Leichtfried, SPÖ-Minister für Verkehr, Innovation und Technologie, geht davon aus, dass es immer Menschen geben wird, die bei digitalen Neuerungen - etwa dem sprachgesteuerten Smart-Home-Gerät "Alexa" von Amazon - nicht mit können oder wollen. Er verwies auf die Datenschutzproblematik, die sich aus der Digitalisierung ergebe, etwa auch im Zusammenhang mit dem Autonomen Fahren. Am Ende würden die Daten die wichtigsten Ressourcen sein und nicht zum Beispiel der fossile Rohstoff Erdöl.

Sprachgesteuerte Helferlein

Roland-Berger-Managing-Partner Vladimir Preveden zeigte sich von den kommerziellen Erfolgen von Amazons "Alexa" absolut überzeugt. Jene, die das Gerät jetzt schon hätten, würden bis zum Jahr 2020 einen Umsatz von 10 Mrd. Dollar (9,15 Mrd. Euro) generieren - und das sprachgesteuerte Helferlein werde in allen Bevölkerungsschichten Einzug halten. Mit der virtuellen Schnittstelle "Alexa" zum Preis von 49 Euro wolle der weltgrößte Onlinehändler jeden profitablen Haushalts- und Geschäftsbereich erobern. Man werde künftig froh sein, auf der Plattform vertreten sein und Lizenzgebühr zahlen zu dürfen, so Preveden.

Den Stromfirmen rät der Roland-Berger-Experte, sie sollten einmal die Frage beantworten, wo sie in zehn Jahren stehen und Geld und Marge verdienen wollten. Das könne nämlich derzeit kaum ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) beantworten, weder im In- noch im Ausland. Durch die Blockchain-Technologie - verkettete Datensätze für sichere Transaktionen - würden die Kundenbeziehungen auf den Kopf gestellt: "Die Kunden werden zu Prosumern, die mit den Nachbarn Strom und Wärme tauschen und die Energieversorger bedrohen."


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Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
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