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11.01.2018 | $group

Hoteliers beim Investieren nicht mehr so zögerlich

Die heimischen Hoteliers haben im abgelaufenen Jahr spürbar beherzter in die vorhandenen Fördertöpfe für Investitionen gegriffen als im Jahr davor. "Die Hotel- und Tourismusbank hat ihre Investitionstätigkeit 2017 erstmals über 1 Mrd. Euro steigern können", berichtete der Geschäftsführer der Spezialbank für Tourismusfinanzierung ÖHT, Wolfgang Kleemann, vor Journalisten in Wien.

Deutlich höhere Fördermittel
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APA (Fohringer)

Das geförderte Investitionsvolumen der ÖHT habe sich gegenüber 2016 um rund 59 Prozent von 662,7 auf 1,1 Mrd. Euro ausgeweitet. Im Jahr 2000 waren es erst 230 Mio. Euro. Die Zahl der finanzierten Projekte erhöhte sich 2017 auf ein Rekordhoch von 1.328. Die ÖHT hatte "noch nie eine derart hohe Zahl von Förderanträgen", sagte der ÖHT-Chef und lobte die Vernetzung der Förderungen von Bund und Ländern.

Mit der Investitionszuwachsprämie (IZP) seien 2017 deutlich höhere Fördermittel in den Tourismus gebracht worden. Die Bank hofft nun, dass auch die neue Bundesregierung "klare Investitionsimpulse" setzen werde. "Wir müssen derzeit noch zuwarten, was sich für die Tourismusförderung ergibt", so Kleemann. Jedenfalls sei der Tourismus im Regierungsprogramm "prominent vertreten", so solle etwa "die Tourismusbank gestärkt werden".

Von der alten Regierung sei die Investitionszuwachsprämie für 2018 bereits beschlossen gewesen, betonte die Obfrau der Bundessparte Tourismus und Freizeitwirtschaft in der Wirtschaftskammer Österreich, Petra Nocker-Schwarzenbacher. "2017 war ein voller Erfolg - innerhalb von sechs Wochen war die Prämie komplett ausgeschöpft", bewarb die Branchensprecherin ein Weiterführen der Aktion. "Es ist wichtig, in unsere Betriebe zu investieren und die Häuser auf dem letzten Stand zu halten", so Nocker-Schwarzenbacher. "Das belebt auch die Regionen."

Regionale Wertschöpfung

Studien zufolge würden 60 Prozent der von Tourismusunternehmen getätigten Investitionen in einem Umkreis von 60 Kilometern um den Investitionsstandort "wertschöpfungswirksam", bekräftigte Kleemann. Es profitieren also auch weitere Betriebe in der Region von zusätzlichen Aufträgen durch die Hoteliers.

"Am freien Finanzierungsmarkt wird es immer schwieriger Geld für Investitionen zu bekommen", so der ÖHT-Chef. Um dieses "Marktversagen" auszugleichen, springe die Tourismusbank ein. "Wir brauchen natürlich auch eine entsprechende Budgetierung." Die Tourismusbetriebe versuchten "ganz vehement , ihre Produktqualität zu verbessern und die Betriebsgrößen zu optimieren", also Bettenkapazitäten dazuzubauen.

Die ÖHT ist laut Eigenangaben der wichtigste Finanzierungspartner der heimischen Hotellerie, Gastronomie und Freizeitwirtschaft. Sie steht im Eigentum von UniCredit Bank Austria, Raiffeisen und Erste Bank und agiert ausschließlich im öffentlichen Auftrag als "verlängerter Arm" des nunmehr mit Tourismusagenden betrauten Landwirtschaftsministeriums.


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Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
Hermann Mörwald
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