APA - AUSTRIA PRESSE AGENTUR APA-OTS APA-DEFACTO APA-IT APA-IMAGES APA-MEDIAWATCH
APA-OnlineJournale   APA - Austria Presse Agentur

Homepage
Ihre Journale
Editorial
Produktinfo
Navigation/Help
Impressum
Offenlegung
Kontakt
APA im Netz
Passwort �ndern
User Login

BEISPIEL TOP-THEMA


SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ANFANG.SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ENDE. ÜBERBLICK DIESES DOSSIER DRUCKEN

01.02.2018 | $group

Industrie: Konjunkturverlauf fulminant - 24.000 neue Jobs

Die Industrie brummt. Der Konjunkturverlauf zum Jahreswechsel in Österreich ist fulminant ausgefallen, der Ausblick sei gut, sagte der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Christoph Neumayer, bei der Präsentation des IV-Konjunkturbarometers. Heuer entstünden in der Industrie 24.000 neue Jobs. Aber zeitgleich herrsche großer Fachkräftemangel. Hier müsse die Regierung rasch handeln.

Industrie läuft auf Hochtouren
Vollansicht
APA/dpa

"Es herrscht eine klassische Hochkonjunktur", sagten Neumayer und IV-Chefökonom Christian Helmenstein am Donnerstag vor Journalisten in Wien. Sie sprachen auch von "einem lupenreinen Industrieaufschwung" und einem "Hoch des produzierenden Sektors" - warnten aber gleichzeitig vor zu viel Euphorie.

Jedenfalls herrscht laut dem IV-Konjunkturbarometer erstmals seit der Rezession 2009 Hochkonjunktur. Die Industriebetriebe meldeten demnach einen besseren Geschäftsgang und einen positiveren Blick auf die kommenden sechs Monate.

Übers Jahr 2017 sei die Industrie mit einem Plus von 6,6 Prozent doppelt so stark gewachsen, wie die Gesamtwirtschaft, so Neumayer. "Die Industrie ist der bei weitem größte Arbeitsplatzmotor." Kein anderer Wirtschaftsbereich entwickle sich derzeit dynamischer.

Dadurch käme es auch zum Jobaufbau, der auch den Mangel an Facharbeitskräften verstärke. Die Entwicklung ist auch der Hochkonjunktur in Mittel-Osteuropäischen Staaten geschuldet, wo es kein Arbeitskräftepotenzial mehr für Österreich abzuschöpfen gäbe, so Neumayer und Helmenstein.

Die Arbeitslosigkeit im produzierenden Sektor ist im Vorjahr verglichen zu 2016 um 14,5 Prozent zurückgegangen. Der Fachkräftebedarf für heuer liegt bei rund 60.000. "Wir rechnen mit einer Fachkräftelücke von rund 10.500 Personen. Das heißt mehr als 15 Prozent der benötigten Fachkräftestellen in der Industrie können heuer nicht besetzt werden", sagte Neumayer.

Neben der Frage wie man dieses Fachkräftemangel-Problem löse - die IV fordert von der Bundesregierung rasch eine Gesamtstrategie für qualifizierte Zuwanderung, eine Reform der Rot-Weiß-Rot-Karte und eine Regionalisierung der Mangelberufsliste - gehe es auch darum, wie der Schwung beibehalten werde. Hier brauche es Entlastungen für Unternehmen und Bürger wie eine Lohnnebenkostensenkung und eine Absenkung von 0,1 Prozent der Beiträge an den Insolvenzentgeltfonds. Topthema bei Unternehmen sei auch weiter eine Arbeitszeitflexibilisierung, so Neumayer.

Flüchtlinge, die gebraucht werden

Auch könne der heimische Arbeitsmarkt "nach eingehender Prüfung" für Bürger Kroatiens geöffnet werden, so der IV-Generalsekretär. Flüchtlinge mit hoher Anerkennungswahrscheinlichkeit sollten auf den Lehrstellen- und Arbeitsmarkt dürfen, so Neumayer: "Weil wir brauchen sie." Auch ein gestützter Einstiegsarbeitsmarkt wie zum Teil in Skandinavien sei denkbar. Flächendeckende Kompetenzchecks für Einwandernde seien auch nötig. Derzeit dauerten die Asylverfahren zu lange und so gehe Arbeitsmarkt-Potenzial verloren. Gesetzlich sollten Veränderungen vorgenommen werden. Einerseits könnten straffällige Asylwerber nicht abgeschoben werden, während das bei gut integrierten Familien vorkomme, kritisierte Neumayer.

Geplante "positive Maßnahmen im Regierungsprogramm" müssten rasch umgesetzt werden und bräuchten konkrete Zeitpläne, so Neumayer. "Die Budgetrede Ende März wird zeigen, welche Maßnahmen kommen."

Die größten Unsicherheitsfaktoren für die heimische Konjunktur liegen laut Helmenstein im Ausland: einerseits geopolitisch, andererseits international-konjunkturell. "Das internationale Umfeld wird ab der Jahresmitte womöglich rauer. Also gilt es für die Bundesregierung, die kommenden sechs favorablen Monate zu nutzen, um gewisse Maßnahmen ab 2019 umzusetzen", so der Wissenschafter. Ihm zufolge kommt einer halber bis Dreiviertel-Prozentpunkt des derzeitigen Wachstums in Europa von der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, obwohl Österreich und Deutschland ein anderes Zinsumfeld vertragen würden.

Ohne der Gemeinschaftswährung Euro würde der Aufschwung insgesamt geringer ausfallen, so Helmenstein. Im Zusammenhang mit dem zuletzt schwachen Dollar wäre es wohl zu Abwertungen bei France und Lire gekommen, welche die Konjunkturdynamik bremsen würden - dann "würde die Auftragslage anders ausschauen, denn Österreich profitiert auch vom Aufschwung in Frankreich und Italien", so Helmenstein. Für den CEE-Raum erwartet er, dass der "fantastische Aufschwung" heuer anhält.


SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ANFANG.SIE BEFINDEN SICH BEREITS AM ENDE. ÜBERBLICK DIESES DOSSIER DRUCKEN


Weitere Themen finden Sie in der Übersicht und im Archiv.

 

HINTERGRÜNDEInformation


Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
Hermann Mörwald
Verantwortlicher Redakteur


Weitere APA-Stories zum Thema:






_ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _ _

APA-BusinessFacts
© APA - Austria Presse Agentur / powered byAPA CMS(Info)
Bitte wählen Sie eine der Druckoptionen links.




top