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11.08.2017 | $group

Trockenheit bringt unterdurchschnittliche Getreideernte 2017

Der wärmste März und der zweitwärmste Juni in der 251-jährigen österreichischen Messgeschichte und zahlreiche Hitzetage führen heuer zu einer unterdurchschnittlichen Getreideernte. Die Qualität des Getreides ist hingegen hoch. Die Bauern werden im Vergleich zur Rekordernte 2016 einen etwas höheren Getreidepreis erhalten. Eine gute weltweite Ernte und gefüllte Lager dämpfen aber die Preise.

Getreideernte mit Minus
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APA/dpa

Die Agrarmarkt Austria (AMA) prognostiziert für 2017 eine Getreideproduktion (ohne Mais) in Österreich von 2,78 Mio. Tonnen, 11 Prozent unter dem 5-Jahresdurchschnitt. Gegenüber der Rekordernte 2016 ist dies ein Rückgang von 22 Prozent. Inklusive Mais soll die Ernte heuer bei 4,7 Mio. Tonnen liegen, 8 Prozent unter dem 5-Jahresdurchschnitt und 18 Prozent unter 2016.

"Es war ein Jahr zwischen Hoffen und Bangen", sagte der burgenländische Landwirtschaftskammerpräsident Franz Stefan Hautzinger am Mittwoch bei der Ernte-Pressekonferenz in Wien. Für die Getreidebauern werde es aufgrund der "kleinen, aber feinen Ernte" finanziell "sehr eng", der Deckungsbeitrag liege"bei plus minus Null". Die Agrarförderungen seien heuer besonders wichtig.

Mehr Importe werden nötig

Bei einem wachsenden Inlandsverbrauch in Österreich erhöhe sich der Importnettobedarf von 300.000 Tonnen Getreide auf voraussichtlich 1,4 Mio. Tonnen, vorausgesetzt die Maisernte entspreche den derzeit mäßigen Erwartungen, sagte AMA-Vorstandsvorsitzender Günter Griesmayr. Agrana (Stärke und Ethanol) und Jungbunzlauer (Zitronensäure) benötigen auch große Mengen an Mais für ihre Produktion. Österreich importiert Getreide vor allem aus Ungarn, der Slowakei und Tschechien und exportiert nach Italien und Deutschland.

Der jährliche Getreideverbrauch inklusive Mais liegt in Österreich bei rund 6 Millionen Tonnen. Davon wird 51 Prozent als Futtergetreide verwendet, 23 Prozent in der Stärkeproduktion, 12 Prozent in Mühlen, 11 Prozent in der Ethanolproduktion und 3 Prozent im Saatgutbereich.

Die österreichische Getreideanbaufläche beträgt im Jahr 2017 rund 557.000 Hektar und schrumpfte gegenüber dem Vorjahr um knapp 23.000 Hektar auf ein Rekordtief, weil deutlich mehr Sojabohnen und Ölsonnenblumen angebaut wurden. Die Bauern weiteten die Körnermaisfläche aufgrund der ständig steigenden Inlandsverarbeitung gegenüber dem Vorjahr um knapp 14.000 Hektar deutlich aus.

Hitztage werden mehr

Die Trockenheit hat heuer den Getreideanbau in Ostösterreich bestimmt. Die Getreidepflanzen bildeten aufgrund des Wassermangels in bereits frühen Stadien weniger ährentragende Triebe und aufgrund des späteren Trockenstresses eine wesentlich geringere Anzahl an Körnern pro Ähre. In Westösterreich gab es großteils genügend Niederschlag. Nach Angaben der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) hat es an 224 Wetterstationen heuer schon zumindest einen Tag mit mindestens 30 Grad Celsius gehabt. An der Spitze der Auswertung bis inklusive 3. August liegt Andau im Seewinkel (Burgenland) mit 35 Hitzetagen, gefolgt von Hohenau an der March und Wolkersdorf (beide NÖ) mit 34 Hitzetagen. Bis vergangenen Sonntag erhöhten sich diese Zahlen noch auf 38 bzw. 37 Hitzetage. In einem durchschnittlichen gesamten Jahr gibt es in diesen Regionen rund 20 Hitzetage. Der burgenländische Landwirtschaftskammerpräsident Franz Hautzinger erinnerte daran, dass aufgrund des sich verändernden Klimas hitzeresistentere Getreidesorten gezüchtet werden müssen.

Die heimischen Getreidebauern müssen trotz geringerer Erntemenge in Österreich mit relativ niedrigen Getreidepreisen rechnen. Die Getreidepreise werden auf den Weltmärkten bestimmt, der von hohen Lagerständen und einer guten Welternte geprägt ist. Ausschlaggebend für den europäischen Getreidemarkt ist die Pariser Warenterminbörse Euronext. Dort kostet eine Tonne Weizen aktuell rund 161 Euro. In den vergangenen Jahren hat der Weizenpreis eine Berg- und Talfahrt erlebt und pendelte zwischen 140 und 280 Euro. Eine schlechte Ernte in einem großen Anbaugebiet - etwa USA, Russland oder Ukraine - kann den Weltmarktpreis für Getreide aber schnell wieder in die Höhe schießen lassen.

Die ersten Preisnotierungen der neuen Ernte für Premiumweizen an der landwirtschaftlichen Produktenbörse in Wien liegen bei 190 bis 202 Euro/Tonne, Qualitätsweizen bei 180 bis 185 Euro/Tonne und Futtergerste bei 127 bis 130 Euro/Tonne. Diese Preise liegen laut AMA zwischen 17 bis 25 Euro/Tonne über dem Niveau des Vorjahres.


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Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
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