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02.10.2017 | $group

be.energised spielt bei E-Ladestationen in Europaliga

In Europa wird derzeit intensiv über den Umstieg auf Elektrofahrzeuge diskutiert. Voraussetzung dafür ist der Aufbau einer Infrastruktur für Ladestationen. Das österreichische Unternehmen be.energised ist bei Verwaltung und Abrechnung von E-Ladestationen vorne dabei. Wobei die rechtlichen Fragen kniffliger seien als die technischen, sagte Firmenchef Martin Klässner im Gespräch mit der APA.

Der Aufbau einer Infrastruktur ist notwendig
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APA

So dürfe in Österreich ein Anbieter nicht einfach die vom Auto getankten Kilowattstunden Strom abrechnen - dafür bräuchte man eine Lizenz als Stromlieferant, die nur die großen Versorger haben. Seine Software müsse "die rechtliche Lage optimieren", um eine Abrechnung nach Zeit zu ermöglichen - auch wenn am Ende auf der Abrechnung dann die getankte Strommenge steht.

Dazu komme, dass viele Ladestationen im öffentlichen Raum stehen, wo auch eine Parkgebühr fällig ist. Diese muss mitverrechnet werden und die Software müsse verhindern, dass Autofahrer unter dem Vorwand des Gratis-Stromtankens in Wahrheit gratis parken. Eine wieder andere Abrechnung ist nötig, wenn die Ladestation auf einem Betriebsparkplatz ohne Gebühren steht - etwa bei einer Lebensmittelkette.

Andere Fragen tun sich auf, wenn es sich um ein Angebot einer Firma für die eigenen Mitarbeiter handelt. Auch das rechnet die Software des als "has.to.be GmbH" im Firmenbuch eingetragenen Unternehmens ab. Dann fließt beispielsweise in Deutschland der bezogene Strom als Gehaltsbestandteil direkt in die Lohnverrechnung ein. Oder ein Stromlieferant will seinen Kunden den im öffentlichen Raum getankten Strom auf der Haushaltsstromrechnung verrechnen.

Klässner geht davon aus, dass im Laufe des kommenden halben Jahres das Gratis-Stromtanken zu Ende geht. Nur Anbieter, die die Verrechnung nicht in den Griff bekommen, werden noch weiter Strom gratis abgeben. Mit der Zunahme der E-Autos spüren die Anbieter, dass die vielen kleinen Beträge sich über ein Monat zu spürbaren Beträgen summieren. Auf Dauer könne das von den Lebensmittelketten und anderen Gratisanbietern nicht geschluckt werden.

Mit der Software des Unternehmens werden derzeit etwa 7.500 "Ladepunkte" in 16 Ländern abgerechnet, die meisten davon in Deutschland, der Schweiz und Österreich. Klässner erwartet eine Verdoppelung im kommenden Jahr. Noch ist der Umsatz der Firma mit gut 30 Mitarbeitern mit rund 1,2 Mio. Euro gering. "Umsatz ist für uns die nächsten drei bis fünf Jahre noch nicht so wichtig", sagt dazu Klässner. Vorerst sei das Unternehmen vor allem durch die Investoren finanziert. Der Fokus liege darauf, möglichst viele Ladepunkte zu verwalten.

Denn wie so oft in der digitalen Welt geht es um das Sammeln großer Datenmengen. Je mehr Ladestationen be.energised verwaltet, desto genauer kann das Verhalten von Kunden vorherberechnet werden und damit die Verfügbarkeit von Ladepunkten aber auch der Strombedarf der kommenden Tage. Damit eröffnet sich die Chance auf ein intelligentes Energiemanagement - Anbieter können besonders günstige Energiequellen und Zeiten für ihren Stromeinkauf aussuchen und ihr System als Teil eines künftigen "intelligenten Stromnetzes" positionieren.

Als Beispiel nennt Klässner eine Gruppe von Hotels, die ihren Kunden über Nacht die Möglichkeit zum Aufladen ihrer Fahrzeuge anbieten. Typischerweise hängen die Autos eine ganze Nacht an der Steckdose, werden aber nur ein bis zwei Stunden wirklich aufgeladen. Damit kann der Zeitpunkt der Stromabgabe je nach Angebot im Netz optimiert werden - im Idealfall kann der Strom in der Nacht zu einem Zeitpunkt bezogen werden, zu dem er nichts kostet oder gar für die Abnahme vom Erzeuger draufgezahlt wird. Die Hotels zusammen könnten etwa dem Netzbetreiber die Abnahme einer Megawattstunde pro Nacht garantieren, zu einer beliebigen Uhrzeit. Für solche Pufferdienste am Netz würde es auch eine Prämie geben.

Klässner geht davon aus, dass ab 2021 serienmäßig Elektroautos auf den Markt kommen, die Strom aus ihrer Batterie auch wieder in das Stromnetz zurückgeben können. Dann könne man etwa das Auto als Speicher für die eigene Solaranlage nutzen. Die Technik sei dabei eher eine Nebensache, was auf ersten Blick simpel aussieht, berge wieder große rechtliche Fallstricke, sagt Klässner.

Man könnte ja mit solchen mobilen Stromspeichern das Auto an öffentlichen Tankstellen aufladen und von zu Hause aus wieder ins Netz einspeisen. Man könnte sich finanziell interessante Vorteile erschleichen - bis hin zur Geldwäsche seien Szenarien denkbar, die von der Software unterbunden werden müssen. Bis 2020 dürften sich die Batterie-Kapazitäten von E-Autos verdoppeln und die Anzahl vervielfachen, da gehe es dann schon um große Strommengen.

Klässner und Alexander Kirchgasser halten als geschäftsführende Gründer jeweils gut 21 Prozent am Unternehmen. Daneben haben sie Risikokapitalgeber mit an Bord. Den Firmennamen has.to.be bzw den Markennamen be.energised werden Kunden kaum je auf ihren Rechnungen finden. "Wir sind ein white label", nennt es Klässner. Das heißt, Kunden sind Firmen, die ihre Namen auf die Rechnungen schreiben.

So dynamisch wie die E-Auto-Verkäufe entwickelt sich auch die rechtliche Lage. In Deutschland etwa sei mit dem neuen Energiewirtschaftsgesetz vorgeschrieben worden, dass alle physikalischen Messgrößen "eichkonform" ausgeführt werden müssen. Im Klartext: Wenn nach Zeit abgerechnet wird, braucht es nicht nur eine genormte Uhr, sondern die Software muss auch sicherstellen, dass die Uhrzeit nicht nachträglich manipuliert werden kann. Und jeder Kunde muss die Möglichkeit haben, die Unversehrtheit seiner Daten zu überprüfen. Das heißt, jeder Zeitstempel muss auf einer eichkonform gesicherten Webseite der physikalisch-technischen Prüfanstalt überprüfbar sein. Das gleiche gelte für jede abgerechnete KWh Strom jedes Ladevorgangs.

"Vermutlich wird es keiner tun, aber im Gesetz steht eben drin, dass die Möglichkeit dem Kunden eingeräumt werden muss", so Klässner. In Österreich werde wohl rasch nachgezogen und eine ähnliche Regelung vorgeschrieben. Solche Vorgaben zu erfüllen sei die Stärke der Software von be.energised.


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Verantwortlicher Redakteur: Hermann Mörwald Von der Redaktion recherchiert
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