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MEDIENBERICHTE

13. 09. 2017 | SN

VW-Chef: „Wir haben verstanden“

Die Autozukunft werde digital, autonom und emissionsfrei, verspricht Matthias Müller – und lässt weiter nicht vom globalen Führungsanspruch ab, diesmal elektrisch.

gerhard kuntschik frankfurt. Nach dem Dieselskandal war zuerst einmal Zurückhaltung angesagt. Da verzichtete der Volkswagen-Konzern auf große Vorschauabende bei den wichtigsten Automessen. Doch bei der heurigen Internationalen Automobilausstellung in Frankfurt (IAA), dem großen „Heimspiel“ der deutschen Autoindustrie und inmitten der größten Krise der Branche, setzt VW wieder auf Offensive. Konzernchef Matthias Müller präsentierte vor 1500 Gästen inmitten der Halle, in der bis 24. September alle Neuheiten der Konzernmarken präsentiert werden, auch seinen Wegweiser in die Zukunft. Die „Roadmap E“ gibt die Devise vor: digital, autonom und emissionsfrei.

Um einen ersten Vorgeschmack zu bieten, rollte Müller als Passagier im bereits bekannten, autonomen und elektrischen Prototyp Sedric auf die Bühne. Angesichts von „Dieselgate“ bleibt VW wie der gesamten Branche nichts anderes übrig, als auf Strom zu setzen. Doch Müller stellte klar: Die Roadmap E sei die größte Initiative in Elektromobilität mit 80 Modellen bis 2025 (50 batterieelektrische und 30 Plug-in-Hybride). „Von Volumen bis Premium, mit 600 Kilometern Reichweite, Ladezeiten wie eine Kaffeepause und zu Preisen, die ein Elektroauto nicht länger zum Spielzeug für wenige machen.“

Bis 2030 will Müller im gesamten Portfolio von 300 Modellen in jedem eine Elektrovariante im Angebot haben. „Das ist kein unverbindliches Angebot, sondern eine Selbstverpflichtung. Und eine klare Botschaft auch an unsere Zulieferer und ein Signal an die Politik, was sie von uns erwarten kann. Und ein Versprechen an die Kunden, dass VW an der Spitze in die Zukunft geht.“ Und weiter: „Wir haben verstanden, und wir werden liefern.“

Vom früheren Streben seines Vorgängers Martin Winterkorn, der 2015 nach Ausbruch des Dieselskandals abtrat und VW zum weltgrößten Autobauer machen wollte, rückte auch Müller auf seine Weise nicht ab. Jetzt werde man eben der Weltmarktführer in E-Mobilität, nannte er das künftige Ziel. „Wir werden die Transformation der Autoindustrie anführen.“ Und einen klaren Seitenhieb auf Tesla und dessen Chef Elon Musk verkniff sich Müller auch nicht: „Der Durchbruch der E-Mobilität kommt nicht von selbst ernannten Pionieren, sondern nur mit dem, der eine relevante Stückzahl auf die Straße bringen kann.“

Für diese Offensive mit Elektrofahrzeugen braucht VW eine Batteriekapazität von 150 Gigawattstunden pro Jahr, was einer Leistung von vier Batteriezellen-„Gigafactories“ entspricht. Dafür schrieb VW ein Beschaffungsvolumen von 50 Milliarden Euro aus, „eines der größten der Automobilgeschichte“ (Müller). VW erwartet, dass schon 2025 jedes vierte Konzernprodukt rein batterieelektrisch angetrieben wird, das wären dann 2,5 bis drei Millionen Fahrzeuge. Bis 2030 will Müller 20 Milliarden Euro in Entwicklung und Bau von E-Modellen investieren, dazu kommt der Batteriebedarf. Müller resümiert: „Für uns gehören Verkehrswende und Energiewende untrennbar zusammen. Und es wird entscheidend sein, jetzt schnell eine flächendeckende Ladeinfrastruktur zu schaffen. Nur dann wird das Vertrauen der Kunden wachsen. Und nur dann wird das Elektroauto aus der Nische fahren – und in den kommenden Jahren relevante Marktanteile erreichen. Ich bin überzeugt: Wenn Politik, Energiewirtschaft und Autobauer zusammenarbeiten, wird das gelingen.“

Eine weitere Botschaft brachte der Konzernabend auch: Als einziger Markenvorstand durfte der zuletzt stark unter Druck geratene Audi-Chef Rupert Stadler eine Neuheit präsentieren, den autonom und elektrisch fahrenden Aicon, das Designkonzept eines pedal- und lenkradbefreiten 2+2-Sitzers mit einer Reichweite von über 700 Kilometern.

Alternativ angetriebene Modelle stehen auch bei vielen anderen Herstellern im Mittelpunkt dieser Messe. Doch es geht auch in Richtung „Hardcore“, wie Mercedes mit der Studie „Project One“ zeigt, einem 1000-PS-Supersportwagen mit kompletter Formel-1-Technologie, der zwei Millionen Euro kosten soll. Aber immerhin will Daimler ab 2020 den kleinen smart nur noch als E-Auto anbieten.

Vor den großen Auftritten der Deutschen in Frankfurt traten einige renommierte Hersteller den freiwilligen Rückzug an: So verzichten Volvo, Fiat, Alfa Romeo, Jeep, Chrysler, Nissan, Infiniti, Mitsubishi, Peugeot und DS auf die IAA. Und Tesla. Wie sagte Elon Musk? „Wir sind kein normaler Autobauer, also brauchen wir auch nicht auf einer Automesse sein.“ Dafür kommen die Chinesen: Chery ist dabei.


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