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MEDIENBERICHTE

12. 10. 2017 | KURIER

Mehr Korn für die Industrie

von Andreas Anzenberger Lediglich ein Fünftel des Getreides wird in Österreich für die Nahrungsmittelproduktion genutzt. Ein nur gering höherer Anteil wird an Nutztiere verfüttert. Ein Großteil des Korns wird für andere Zwecke genutzt. Mehr als die Hälfte wird verarbeitet und das Endprodukt teilweise exportiert.

Da unterscheidet sich Österreich deutlich vom EU-Schnitt. In den anderen Staaten der Union werden 63 Prozent des Getreides verfüttert. Der Anteil, der für die Nahrungsmittelproduktion verwendet wird, ist geringfügig höher. Verarbeitet werden im EU-Schnitt nur unter zehn Prozent des Getreides.

Frage der Qualität Über die Art der Verwendung entscheidet die Qualität. Der hochpreisige Premiumweizen geht in die Lebensmittelproduktion oder in den Export. Auch wegen der Wetterkapriolen ist ein Teil der Ernte für Lebensmittel nicht geeignet und wird zu einem günstigeren Preis verkauft und verfüttert.

Qualitäten, die darunter liegen, werden industriell verarbeitet. Gängige Produkte sind Stärke oder Bioethanol. Der Spruch "Teller statt Tank" mag für Südamerika zutreffen. Mit der Realität in Österreich hat es nichts zu tun.

"Österreich ist ein Veredler. Wir profitieren von der Wertschöpfung," freut sich Landwirtschaftskammer-Präsident Herman Schultes. "Es können alle Qualitäten verarbeitet werden." Die industrielle Verarbeitung von Getreide ist die Basis eines Systems, von dem auch die Bauern profitieren. Sie können nun auch schlechtere Qualitäten zu akzeptablen Preisen verkaufen.

Getreideimporte Nicht nur in Österreich fallen immer wieder schlechte Qualitäten an. Daher wird auch Getreide aus anderen EU-Ländern importiert. Laut der Vorschau zur Getreidebilanz 2016/2017 werden fast 1,4 Millionen Tonnen Getreide für die Industrie verwendet. 670.000 Tonnen werden zu Bioethanol verarbeitet, das dem Benzin beigemischt wird. Was danach übrig bleibt, wird als Eiweißfuttermittel verkauft.

In verarbeiteter Form sind auch schlechte Getreide-Qualitäten für die Nahrungsmittelindustrie interessant. Stärke ist ein Kohlenhydrat, das vor allem für Lebensmittel verwendet wird. 32 Prozent der Stärke-Produktion werden für Süßwaren und Sirupe verwendet, 29 Prozent für andere Lebensmittel und weitere 29 Prozent für Papier und Wellpappe. Fünf Prozent kaufen Pharma- und Chemie-Industrie. Zu den Veredelungsprodukten der Stärkeproduktion gehören etwa im Zuckerbereich Glucose und Dextrose oder auch diverse Verdickungsmittel.

Derzeit gibt es in Österreich zwei große Unternehmen, die in diesem Bereich tätig sind, nämlich die Agrana und Jungbunzlauer. Im Jahr 2015 betrug der Umsatz der Jungbunzlauer Austria AG rund 373 Millionen Euro. Das Unternehmen mit dem Standort in Pernhofen (nördliches Weinviertel) gilt als weltgrößter Hersteller von Zitronensäure. Diese Substanz kann durch die Fermentation von Mais hergestellt werden.

Fünf Standorte Die Agrana investiert weiter in die Stärke-Produktion

(siehe Bericht rechts) aus Kartoffeln, Mais und Weizen. Drei Produktionsstandorte, nämlich Aschach, Gmünd und Pischelsdorf sind in Österreich. Dazu kommen jeweils ein Standort in Ungarn und Rumänien. Der Konzern mit einem Umsatz von mehr als 2,5 Milliarden Euro ist Marktführer in Zentral- und Südosteuropa. Spezialprodukte wie etwa Biostärke für Baby-Nahrung werden in die USA und auch nach China exportiert.


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