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MEDIENBERICHTE

21. 04. 2017 | WZ

Jobmotor Industrie kommt auf Touren

Wien. (apa/kle) Bei den Unternehmen der heimischen Industrie hält der Konjunktursommer Einzug: Die Industriellenvereinigung (IV) spricht von einem robusten Aufschwung der österreichischen Wirtschaft und rechnet nun mit einem kräftigen Beschäftigungsimpuls am Arbeitsmarkt. „Das haben wir schon viele Jahre nicht gesehen“, sagte der Generalsekretär der IV, Christoph Neumayer, am Donnerstag. Österreich habe eine fünfjährige „Quasi-Stagnation“ überwunden.

„Wir haben jetzt ein positives Momentum“, erklärte IV-Chefökonom Christian Helmenstein bei der Präsentation des aktuellen Konjunkturbarometers aus dem ersten Quartal (siehe Grafik). Helmenstein sieht eine gute Entwicklung bis in den Sommer hinein. Darüber hinaus könne man jedoch vor allem wegen der politischen Lage keine Prognosen abgeben. „Die geopolitischen Risiken sind sehr hoch“, so Helmenstein. Für 2017 erwartet die IV ein Wirtschaftswachstum von 1,75 Prozent in Österreich.

Mehr Vertrauen in Standort

Zum positiven Ausblick der Unternehmen tragen unter anderem die Beschleunigung des Welthandels sowie jene des globalen Wirtschaftswachstums bei. Helmen stein spricht von einem multipolaren Wachstum – „angefangen von Indien und China über die Vereinigten Staaten und Australien bis zu der allmählich wieder erstarkenden Eurozone“. Dieses könne mehrere Ausfälle und Rücksetzer wie etwa in Brasilien, Russland oder der Türkei überkompensieren und würde einen robusten Aufschwung ermöglichen.

Zum anderen hätten die Unternehmen wieder etwas mehr Vertrauen in den Standort Österreich gefasst und würden wieder mehr investieren. Die Regierung habe ihre „wirtschaftsfeindliche Rhetorik“ geändert. Die Unternehmen hoffen nun auf stabilere Rahmenbedingungen.

Durch die positive Geschäftsentwicklung sei auch mit einer deutlich steigenden Nachfrage am Arbeitsmarkt zu rechnen. Von etwa 5000 zusätzlichen Industriejobs in den kommenden Monaten war am Donnerstag die Rede.

Klammert man statistische Effekte rund um die Flüchtlingsmigration aus, werde die Arbeitslosigkeit spürbar zurückgehen, ist man in der IV überzeugt. Nach wie vor, so Neumayer, würden Fachkräfte gesucht, besonders Techniker im Softwarebereich seien gefragt. „Es wird eine Herausforderung sein, diese Jobs zu besetzen“, betonte der IV-Generalsekretär.

Das Update des Regierungsprogramms stimme die Unternehmen zwar zuversichtlicher, die Industriellenvereinigung pocht aber auf die rasche Umsetzung der angekündigten Maßnahmen. Handlungsbedarf gebe es etwa bei der endgültigen Ausgestaltung des Beschäftigungsbonus. Es sei noch unklar, ob Leiharbeiter, die von einem Unternehmen übernommen werden, unter diese Regelung fallen. In großen Betrieben gebe es 100 bis 200 Leiharbeiter, es wäre „kein gutes Signal“, diese vom Beschäftigungsbonus auszuschließen, meinte Neumayer.


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