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MEDIENBERICHTE

11. 08. 2017 | KURIER

OMV-Chef hält an Nord Stream fest: "Das ist nicht Sache der USA"

von Irmgard Kischko Gaspipeline.

Trotz drohender US-Sanktionen will die OMV nicht von Russland-Strategie abweichen. Rainer Seele, Chef des heimischen Öl- und Gaskonzerns OMV, hat ein klares Ziel für das Unternehmen: Eine Beteiligung an russischen Öl- und Gasfeldern sowie eine finanzielle Teilhabe am Bau der Nord-Stream-II-Pipeline sollen den Konzern stärken. Hinter dem Vorhaben der USA, Nord Stream in die Sanktionsliste aufzunehmen, vermutet er klare wirtschaftliche Interessen.

Die USA wollen ihr Flüssiggas in Europa verkaufen und verhindern, dass mehr Russen-Gas über die Pipeline in die EU gelangt. "Gegen diese Konkurrenz ist nichts einzuwenden. Das wird der Markt entscheiden", sagt Seele. Flüssiggas sei derzeit aber so viel teurer als Gas, das über Pipelines geliefert werde, dass es kaum Marktchancen habe. Gegen die Sanktionen aber müsse sich Europa wehren. "Die europäische Energiepolitik ist nicht Sache der USA", betont der OMV-Chef.

200 Millionen Euro habe die OMV bereits für den Bau des zweiten Pipeline-Strangs der Nord Stream überwiesen. Zusammen mit Energieunternehmen aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden will die OMV bis zur Hälfte der Nord Stream II finanzieren. "Europa wird dieses Gas brauchen", ist Seele überzeugt. Denn die Eigenproduktion sinke. Und der Trend zur E-Mobility werde den Strombedarf aus Gaskraftwerken erhöhen.

Türkische Verluste Im ersten Halbjahr 2017 war die OMV bestens unterwegs - wären da nicht hohe Wechselkursverluste in der Türkei dazwischengekommen. Die türkische Tochter Petrol Ofisi wurde im ersten Quartal zur Gänze verkauft. 1,2 Milliarden Euro an Währungsverlusten, die über die Jahre aufgelaufen waren, mussten dann verbucht werden. Dies drückte den Periodenüberschuss, der "den Aktionären zuzurechnen ist", auf minus 316 Millionen Euro. An der Wiener Börse verlor die OMV-Aktie bis zum späten Nachmittag 3,48 Prozent.

Abgesehen von den Nachwehen aus dem Engagement in der Türkei lief es für die OMV von Jänner bis Juni allerdings blendend: 2 Milliarden Euro an freiem Cashflow, die unter anderem aus dem Verkauf von Petrol Ofisi und den Ölfeldern in der britischen Nordsee stammen; ein Verschuldungsgrad von nur noch sieben Prozent; Kosten um 250 Millionen Euro gesenkt und Ölförderkosten von nur noch neun Dollar je Fass. "Wir haben die Trendwende geschafft", ist Seele überzeugt. Der Gaspreis sei heuer im Sommer so hoch wie im Vorjahr nur im Winter und auch die Margen in der Raffinerie steigen.

Mit der Beteiligung an den russischen Ölfeldern könne die OMV ihre Produktion erstmals auf mehr als 400.000 Fass pro Tag steigern.


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