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06.12.2018 | $group

E-Control für Standards für Strom-Versorgungssicherheit

Die Strom-Versorgungssicherheit in Österreich ist gut, Energiewende und Dekarbonisierung bringen neue Herausforderungen und Chancen, so der Tenor bei einer Tagung der Regulierungsbehörde E-Control. Internationale Kooperationen seien wichtig, so die Experten. In Österreich sollte es so wie bei Gas und Öl auch Standards für die Versorgungssicherheit mit Strom geben.

Energiewende und Dekarbonisierung bringen neue Herausforderungen
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APA (KEYSTONE)

Derzeit ist ein Versorgungsstandard für Strom gesetzlich noch nicht definiert, die E-Control hat einen Vorschlag gemacht. Es muss ausreichend Erzeugungskapazität vorhanden sein. Als Ziel wird von einer Leistungsvolldeckung und einer Unterdeckung von höchstens 10 Prozent über drei Wochen ausgegangen. Bei Gas müssen verbindliche Lieferverträge für 30 Tage Versorgung vorliegen, die Erdölvorräte müssen vor 90 Tage reichen.

Das von der Regierung vorgegebene Ziel, dass bis zum Jahr 2030 die in Österreich verbrauchte Strommenge - bilanziell übers Jahr gerechnet - zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energieträgern gedeckt wird, ist auch für die Versorgungssicherheit eine Herausforderung. So müsse bei einem Ausbau von erneuerbaren Energieträgern auch ein saisonaler Ausgleich erfolgen, so E-Control-Vorstand Andreas Eigenbauer am Mittwoch bei der Tagung zur Versorgungssicherheit Strom. Die Sommerproduktion müsse auf die Wintermonate umgelegt werden. Im Sommer wird zu viel Strom erzeugt, im Winter zu wenig, etwa wegen einer geringeren Wasserführung oder auch weniger Solarstromerzeugung. Dies wird aktuell mit thermischen Kraftwerken ausgeglichen. Nötig würden wohl zusätzliche Speichersysteme oder auch Gas-to-Power.

An sicherer Kraftwerksleistung werden laut E-Control bis 2030 etwa mehr als 12.000 Megawatt (MW) erforderlich sein. Zuwächse im Kraftwerkspark kamen 2017 nur bei den Erneuerbaren, die konventionellen Kraftwerke stagnierten bzw. wurden außer Betrieb genommen. Früher oder später könnten auch alte Kraftwerke vom Netz gehen. So ist zum Beispiel ein beschleunigter Kohleausstieg vorgesehen. Für den Bau eines neuen Gaskraftwerkes veranschlagen Experten rund acht Jahre. Eigenbauer betonte heute auch die Wichtigkeit von Investitionen in die Versorgungssicherheit.

Die Klima- und Energiestrategie "Mission 2030" der Regierung sei die Umsetzung einer integrierten Klima- und Energiepolitik, die eine Balance zwischen Nachhaltigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Leistbarkeit und Versorgungssicherheit gewährleiste, so Josef Plank, Generalsekretär im Nachhaltigkeitsministerium. Das Ziel sei machbar, aber ehrgeizig. Mit einem aktuellen Erneuerbaren-Anteil von rund 75 Prozent habe Österreich gute Voraussetzungen. Wichtig sei auch die Energieeffizienz. Gas werde auf dem Weg zur Dekarbonisierung weiter benötigt, wobei "grünes Gas" ein wichtiges Thema sei. Eine wichtige Rolle spiele auch die Sektorkopplung und Netze.

E-Control-Vorstand Wolfgang Urbantschitsch wies auf die Herausforderungen der Dezentralisierung des Energiesystems hin, indem nach Vorgabe der EU Endverbraucher an Erneuerbare-Energie-Gemeinschaften teilnehmen können, ohne ihre Rechte und Pflichten als Endverbraucher zu verlieren. Eine wesentliche Rolle komme den Netzbetreibern zu.

Betont wurde heute von den Experten die Notwendigkeit der internationalen Kooperation bei der Versorgungssicherheit. Im Rahmen des EU-Clean-Energy-Pakets ist im Strommarkt-Design auch eine Risikovorsorgeverordnung vorgesehen, erläuterte Olgerts Viksne, Leiter Recht in der Generaldirektion Energie der EU-Kommission. Sehr wichtig seien zur Bewältigung von Stromversorgungskrisen unter anderem der Informationsaustausch und Transparenz.

Norman Gerhardt, Experte des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik, betonte, dass man Versorgungssicherheit international betrachten müsse. In Deutschland werde es angesichts von Kernkraft- und Braunkohleausstieg bei den Kraftwerkskapazitäten immer knapper. Er zeigte aber auch neue Wege auf, wie beispielsweise den Ausbau von Wind und Photovoltaik (inklusive Batteriespeicher), Fernwärme und Gas-KWK-Anlagen, der Stromnetze und eine europäischen Ausgleich sowie einen Rückgang im herkömmlichen und einer Zunahme im flexiblen Sektorkopplungsverbrauch, um die Klimaziele zu erreichen.


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